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Friday, October 27, 2006

Badezimmerliteratur

Was hat dieser Mann nur getan? Nun, er hat etwa 70 Bücher geschrieben, die auch noch in dieser unzumutbar kleinen Schrift gedruckt waren, für die man immer eine Lupe braucht, wenn man nicht nach 30 Seiten mit Augenschmerzen die Lektüre beenden will. Diese war auch noch durch den ständigen Wechsel der Tinten- stärke sehr schlecht lesbar. Kann man das noch gut nennen? Da muss der Autor schwere Geschütze auffahren, um diese Mängel zu überdecken. Nun ja, schwer waren sie nicht aber lang und weilig.

Von wem ist hier die Rede?

Von Karl May


Wer auch sonst? Vielleicht Klaus Kordon? Unmöglich, seine Bücher sind zwar ähnlich an Dicke und Zahl, aber meiner Meinung nach besser und nicht so klein und schlecht gedruckt.

Heute sind Karl May Bücher seltener an ihrer Menge geworden, so scheint es jedenfalls, was aber ist, übertrifft alle Erwartungen.
Die Karl May Fangemeinde sorgt sich um einiges, seit 1999 wird an einer englischen Übersetzung gearbeitet. May verbot sie zu Lebzeiten, da sonst der Bösewicht Santer aus Amerika herausfände, wo das Gold der Indianer liegt.

Doch was ist, wenn man sich mal eingehender mit den Büchern beschäftigt? Da fällt einiges ins Auge. Nehmen wir z.B. das Buch Old Surehand I.
Da gibt es ein Kapitel, das ist dermaßen spannend, dass sich die Zeit, die man im Bad beim Lesen verbraucht, drastisch verändert. So wird May zur "Badezimmerliteratur".

Doch dann beginnt May sich völlig zu verzetteln, mit alten Romanen zu verbinden (Unter Geiern) und die Langeweile einzuleiten. Aber keine Sorge, Stück für Stück kann man sich durchkämpfen. Doch wenn man sich durch ca 14 Bände gequält hat, merkt man, dass auch May nicht immer Ideen hatte. Er hat, ähnlich wie bei den Dezimalzahlen, seine Romane immer mehr aufgespalten.
Bsp.
In:"In der Wüste" berrichtet er: Von meinen Erlebnissen in Mekka werde ich in einem andern Buch erzählen
(In Mekka).
Dort wird dann wieder "In der Wüste" zusammengefasst, dann fängt er an mit dem erzählen...
So läuft das oft.
Trotzdem, alles in allem ein akzeptabler Schriftsteller, der eben so seine Eigenarten hat...

Quellen:
Wikipedia
Karl-May Gesellschaft